Während die meisten unserer einheimischen Bäume
und Sträucher
ihr Laub abwerfen und die Kräuter,
sobald die kalte Jahreszeit kommt, ihre oberirdischen Teile absterben lassen,
bleiben
Moospflänzchen
und Flechten
das ganze Jahr über aktiv. Sie wachsen auch weiter, ausgenommen die Zeiten,
in denen sie austrocknen.
Die Dürre überstehen sie aber schadlos. Denn sie sind wechselfeuchte Organismen, die bei Trockenheit in einen inaktiven Zustand mit sehr verlangsamtem Stoffwechsel übergehen, um bei entsprechender Wasserzufuhr wieder aufzuleben. Regen, Tau, mitunter schon hohe Luftfeuchtigkeit genügen ihnen. Auf das Bodenwasser sind sie meist nicht angewiesen; sie haben auch gar keine eigentlichen Wurzeln. Deswegen können Moose und Flechten auch Felsen und Bäume besiedeln.
Diese Moose und Flechten werden meist nur wenige Zentimeter hoch. Aber ihre Polster und Rasen können bei günstigen Bedingungen quadratmetergroße Flächen bedecken. Waldmoose zeichnen sich gegenüber den Flechten gewöhnlich durch ihre lebhafte grüne Farbe aus und durch das Gewirk ihrer fein beblätterten Stengelchen.
Im Nadelwald fallen die Moose besonders auf. Vor allem auf sauren Böden bilden sie oft eine geschlossene grüne Decke. Im Laubwald - etwa unter Buchen - sieht man nur vereinzelt größere Moosteppiche. Denn dort liegt meist zu viel abgefallenes Laub auf dem Boden, das die Moose im Wuchs hemmt. Am liebsten siedeln Moose sich an feuchten oder moorigen Plätzen an.
Eine
ganz andere Lebensweise zeigen die Pilze. Sie besitzen kein Chlorophyll,
also keinen grünen Blattfarbstoff, und kennen mithin auch keine Photosynthese,
bei der unter dem Einfluß von Sonnenlicht aus Kohlendioxid und Wasser
organische Substanz entsteht. Pilze
brauchen einfach keine Sonne für ihre Ernährung. Daher können
sie im Boden leben. Genaugenommen ist ja das, was da auf dem Waldboden steht
und gemeinhin "Pilz" genannt wird, nur eine Ansammlung kurzzeitig
erscheinender, vergänglicher Teile des Pilzorganismus. Es sind die Fruchtkörper,
die Sporen produzieren und für die Fortpflanzung sorgen. Der Hauptteil
des Pilzes lebt als weißliches, spinnfadenähnliches lockeres Geflecht
im Boden, in der Nadelstreu oder sonstwo im Dunkeln, wo er zu überdauern
und oft jahrzehntelang Fruchtkörper hervorzubringen vermag. Deshalb ernten
erfahrene Sammler Pilze immer wieder an derselben Stelle.
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